Das Messie-Syndrom ist eine anerkannte psychische Belastung – keine Faulheit, keine Gleichgültigkeit. Dieser Ratgeber erklärt ohne Vorwürfe, wie eine Räumung gelingt und worauf es ankommt.
Ob Sie selbst betroffen sind, sich um einen Angehörigen sorgen oder als Vermieter handeln müssen – dieser Ratgeber soll helfen, ohne zu verurteilen. Das Messie-Syndrom ist eine psychische Erkrankung, die von außen oft falsch eingeschätzt wird. Wir erklären, was dahintersteckt und wie eine Räumung so ablaufen kann, dass alle Beteiligten möglichst gut damit umgehen können.
Der Begriff "Messie" – abgeleitet vom englischen "mess" (Durcheinander) – wird umgangssprachlich für Menschen verwendet, deren Wohnräume von angesammelten Gegenständen, Unordnung oder Verwahrlosung geprägt sind. Wichtig zu verstehen: Das ist keine Faulheit und kein Desinteresse an Ordnung. Das Messie-Syndrom ist eine psychisch bedingte Verhaltensweise, die oft mit anderen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, ADHS oder Zwangsstörungen zusammenhängt.
Fachleute unterscheiden grob zwischen zwei Hauptformen:
In beiden Fällen ist die betroffene Person nicht in der Lage, das Problem allein zu lösen – auch wenn sie selbst unter der Situation leidet. Das verdient Mitgefühl, keinen Spott.
Menschen, die sich über Messie-Wohnungen informieren, sind selten die Betroffenen selbst. In den meisten Fällen sind es:
Je nach Ausgangslage ist der Ansatz unterschiedlich. Wir gehen auf alle drei Situationen ein.
Der erste Impuls ist verständlich: Man möchte helfen, aufräumen, die Lage verbessern. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen "jemandem helfen wollen" und "jemandem etwas aufzwingen". Eine Entrümpelung gegen den ausdrücklichen Willen des Betroffenen ist ohne rechtliche Grundlage nicht möglich – und würde die Beziehung wahrscheinlich nachhaltig beschädigen, ohne das eigentliche Problem zu lösen.
Was hilft:
Wenn gesundheitliche Gefährdung vorliegt – etwa durch Ungeziefer, Schimmel, gefährliche Gase oder blockierte Fluchtwege –, können Ordnungsamt oder Sozialpsychiatrischer Dienst in manchen Fällen eingeschaltet werden. Das ist ein sensibler und letzter Schritt, der gut überlegt sein sollte.
Für Vermieter ist die Situation oft besonders schwierig: Die Wohnung ist Eigentum, aber das Mietverhältnis schützt den Mieter – auch wenn die Wohnung in einem Zustand ist, der Schäden verursacht oder andere Mieter beeinträchtigt.
Rechtlich gesehen ist eine eigenmächtige Entrümpelung durch den Vermieter während eines laufenden Mietverhältnisses in der Regel nicht möglich – selbst wenn die Wohnung in einem desaströsen Zustand ist. Erst nach Ende des Mietverhältnisses und Übergabe der Schlüssel darf der Vermieter das Inventar entfernen lassen.
Was Vermieter tun können:
Wenn Sie selbst in einer Wohnung leben, die außer Kontrolle geraten ist, und sich jetzt Hilfe suchen: Das ist ein großer und mutiger Schritt. Es ist keine Schwäche, sich zu melden – es ist der Anfang einer Veränderung.
Was hilft, bevor und während eine Räumung stattfindet:
Anlaufstellen in Thüringen: Sozialpsychiatrischer Dienst (SoPsD) in Ihrem Landkreis, Caritas, Diakonie, Selbsthilfegruppen zum Thema Horten. Diese Stellen helfen diskret und ohne Verurteilung.
Eine Messie-Räumung unterscheidet sich in einigen Punkten von einer normalen Wohnungsauflösung:
Bevor irgendetwas geräumt wird, kommt der beauftragte Betrieb zur kostenlosen Vor-Ort-Besichtigung. Das dient der Kalkulation, aber auch dem gegenseitigen Kennenlernen. Ein erfahrener Betrieb wird die Situation sachlich und ohne Wertung einschätzen und klären, was geräumt werden soll, was aufbewahrt wird und wie der Ablauf aussieht.
In Messie-Wohnungen finden sich häufig Gegenstände, die besondere Entsorgung erfordern: verdorbene Lebensmittel, Medikamente, alte Chemikalien, Elektronikschrott. Diese werden fachgerecht getrennt und entsorgt – das ist im Preis zu berücksichtigen und sollte vorab besprochen werden.
Bei stark vernachlässigten Wohnungen können Schimmelbefall, Insekten- oder Nagetierplagen vorliegen. In diesen Fällen ist eine reguläre Räumung allein nicht ausreichend – es braucht zusätzlich eine professionelle Schädlingsbekämpfung und ggf. eine Schadstoffsanierung. Der Betrieb wird das bei der Besichtigung ansprechen und ggf. entsprechende Fachbetriebe empfehlen.
Je nach Umfang kann eine Messie-Räumung deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als eine normale Wohnungsauflösung. Für eine stark verwahrloste 2-Zimmer-Wohnung sind ein bis drei Werktage realistisch. In extremen Fällen, etwa bei einer mehrere Stockwerke füllenden Sammlung, können es auch mehr sein. Das wird bei der Besichtigung besprochen und im Festpreisangebot berücksichtigt.
Messie-Räumungen sind in der Regel teurer als normale Wohnungsauflösungen, weil mehr Aufwand anfällt: mehr Trennarbeit, mehr Sondermüll, mehr Reinigungsaufwand. Als grobe Orientierung:
Diese Angaben sind grobe Richtwerte. Der verbindliche Preis kann erst nach Besichtigung genannt werden. Verwertbare Gegenstände werden angerechnet – auch in Messie-Wohnungen finden sich manchmal gut erhaltene Möbel oder Sammlerstücke, die den Preis mindern.
Mehr zu Preisen und Einflussfaktoren finden Sie in unserem Kosten-Ratgeber.
Das Thema Messie ist für viele Betroffene und Angehörige mit Scham verbunden. Die Sorge, dass Nachbarn etwas mitbekommen, ist real. Geprüfte Betriebe gehen damit professionell um:
Wenn Sie ein spezifisches Anliegen bezüglich Diskretion haben, sprechen Sie es direkt bei der Anfrage an. Wir geben diese Information an den vermittelten Betrieb weiter.
Wir beantworten Ihre Fragen gerne vertraulich, bevor irgendein Termin vereinbart wird. Unser Partnerbetrieb kommt zur kostenlosen Besichtigung – ohne Verpflichtung und ohne Vorwürfe.
Wir beantworten Ihre Fragen vertraulich. Der Betrieb kommt zur kostenlosen Besichtigung – ohne Druck, ohne Vorwürfe.
Oder rufen Sie uns direkt an: +49 157 30064205